Zur Insolvenz der Frankfurter Rundschau

Foto: Margot Kessler/pixelio.de

Foto: Margot Kessler/pixelio.de

Die Insolvenz der Frankfurter Rundschau ist ein harter Schlag für die ausgezeichnete Belegschaft der Zeitung – doch durch inhaltlich-strukturelle Fehlentscheidungen stand die Rundschau schon lange praktisch vor dem qualitativen Abgrund. Vor etwa eineinhalb Jahren wurde an dieser Stelle deswegen das Aus für die Rundschau gefordert.

Schluss mit der Frankfurter Rundschau – eine Provokation

Originalpost vom 14.6.2011.

Stellt die Frankfurter Rundschau endlich ein! Aus Respekt vor einer der besten Zeitungen Deutschlands. So darf es jedenfalls nicht weitergehen. Künftig wird nämlich nicht mehr viel übrig bleiben von jener Qualitätszeitung auf Augenhöhe mit der FAZ oder der Süddeutschen. Denn ausgerechnet der Mantel der Frankfurter Rundschau, jenes Herzstück einer Qualitätszeitung, wird nun in Berlin produziert. Von einer Redaktionsgemeinschaft, die auch andere DuMont-Titel wie die Berliner Zeitung oder den Kölner Stadtanzeiger bestückt.

Welche Legitimation hat die Frankfurter Rundschau dann noch? Zumal ja selbst die Regionalberichtestattung nicht mehr komplett von Rundschau-Redakteuren stammt. So liefert das Darmstädter Echo, einstiger publizistischer Wettbewerber, überwiegend den Darmstadt-Teil für die Rundschau – ohne dass dies täglich auch kenntlich gemacht wird.

Die Frankfurter Rundschau also eine Versatzstück-Zeitung?

Das kann nicht funktionieren. Zumal man auch die Leser nicht für dumm verkaufen sollte, die nichts Halbes, sondern etwas Ganzes für ihr Geld haben möchten. Sprich: eine Zeitung, die eine starke Einheit ist und mit einer unverwechselbaren Stimme spricht. Die Rundschau kann dies zunehmend weniger und so wird auch die Auflage weiter einbrechen.

Deswegen sollte endlich ein, zugegeben sehr schmerzhafter, Schlussstrich gezogen werden. Denn weitere Kompromisse, weiteres „Herumdoktorn“ wird das Image der Zeitung noch stärker beschädigen – gerade in Anbetracht der großartigen journalistischen Leistungen der vergangenen Jahrzehnte eine Katastrophe.

Andererseits: es gäbe ja einen Ausweg. Zum Beispiel ein Investor, der bereit ist, das Blatt als publizistische Einheit zu erhalten – mit allen auch wirtschaftlichen Konsequenzen. Doch Wünsche, ja Träumereien haben in einer zunehmend desolaten, von sparwütigen „Zahlenheinis“ und Controllern dominierten Zeitungslandschaft immer weniger Platz…

Das Aus für die Frankfurter Rundschau muss deswegen kommen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s