Der Böse aus Dallas: Zum Tod von Larry Hagman

Foto: Katharina Wieland Müller/Pixelio

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Das hätte sich Larry Hagmann wohl nicht mehr träumen lassen, dass er es miterleben muss, wie sein J.R. Ewing als der ultimativ Böse aus dem texanischen Dallas doch noch Konkurrenz bekommt – und dann auch noch real. Allerdings war dies nicht der Grund, warum Larry Hagman, der am vergangenen Samstag im Alter von 81 Jahren an Leberkrebs gestorben ist, ein entschiedender Gegner des ehemaligen US-Präsidenten George W. Bush war. Jener texanische Polit-Cowboy, der gerne selbst in Gut und Böse unterteilte. Abseits seiner Serienrolle war Larry Hagmann nämlich liberal gesinnt und somit ein natürlicher Feind des W.´s. Doch wer Larry Hagmann in Dallas einmal als J.R. gesehen hat, und in den 80ern war es wohl so ziemlich jeder, dem dürfte es schwer fallen, Hagmann jemals von seiner Lebensrolle zu trennen. So tief eingebrannt hat sich sein fieses Lachen, sein intrigantes Handeln in das kollektive Bewusstsein.

Zwar war Larry Hagmann kein brillanter Schauspieler. Und so musste man sich oft fragen, ob die Emotionslosigkeit J.R.´s bewusst gespielt ist oder schlicht daher rührt, dass es Larry Hagman an Können fehlt. Und doch war die Rolle des abgrundtief Fiesen Ölgiganten so neu, dass sie Synonym wurde für die Ellenbogen-Ära unter Reagan. Vor allen Dingen aber hat Larry Hagman mit Dallas Mediengeschichte geschrieben: der Cliffhanger, jenes offene Serienende, das zum erneuten Einschalten zwingt, wurde für Dallas erfunden. Jene Folge, in der aufgelöst wurde, wer J.R. niedergeschossen hatte, sorgte für Wahnsinns-Quotenrekorde und die erste Seriensensation in der Geschichte des Fernsehens.

Nach dem Tod von John Forsythe vor wenigen Jahren, dem Blake Carrington in der zweiten 80er Jahre Kultserie „Der Denver Clan“, geht mit dem Tod von Larry Hagman übrigens auch eine Ära zu Ende: jene der Serien-Patriarchen, die für das übermächtige, weltbeherrschende Amerika standen. Auch deswegen würden diese Serien heute nicht mehr funktionieren. Und doch werden in Amerika derzeit neue Dallas-Folgen gedreht: mit den Ewings als Produzenten alternativer Energien. J.R.-Fans dürften sie gebannt erwarten, denn Larry Hagmann, schon vom Krebs gezeichnet, spielt hier ein letztes Mal seine Lebensrolle. Lasst uns unseren Cowboyhut vor ihm ziehen!

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