Queen of Pop-Kampf: Hat sich Madonna auf die Falsche eingeschossen?

Foto: Paul-Georg Meister_pixelio.de

Foto: Paul-Georg Meister_pixelio.de

Madonna ist die Queen of Pop. Das sagt sie von sich und das sagen Andere über sie. Und ans Abdanken scheint sie noch lange nicht zu denken, das hat sie in den vergangenen Jahren klar gemacht. Insbesondere seit 2009, als eine junge Sängerin mit ihrer Musik und insbesondere ihrem Charisma etwas erreichte, das man nicht mehr für möglich hielt: Lady Gaga stieg zum Superstar, ja zur Ikone ihrer Generation auf. Madonna witterte Gefahr, denn die gaga Lady erwies sich als äußerst standhaft und erfolgreich. 2011 dann nutzte die wankende Königin ihre Chance: Gagas „Born this way“ ähnelt Madonnas „Express yourself“ verdächtig – so die weiläufige Meinung. Und Madonna interpretierte geschickt: man imitiert nur, wenn man zu jemandem aufschaut. Mit anderen Worten: ich bin noch immer die Nummer 1. Bumm, die Grenzen waren gesteckt.

Seitdem tobt ein kleiner Madonna-Gaga-Krieg, auch zwischen den Fans der Sängerinnen – doch im Trubel dessen scheint Madonna nun einen strategischen Fehler gemacht zu haben. Denn Lady Gaga ist längst keine Konkurrenz mehr. Im Grunde wandelte sie sich von Song zu Song, von Video zu Video von der sensationellen, durchaus bahnbrechend-frischen neuen Künstlerin in eine „Madonna 2.0“. Zwar können das die jungen Fans nicht mehr zuordnen: doch Lady Gaga imitiert Madonna konsequent. Derweil, quasi still und heimlich, machte sich eine andere Sängerin auf, am Queen of Pop-Thron zu sägen. Seit 2005 platziert sie eine Top 5-Single nach der anderen in den amerikanischen Charts und hat inzwischen Madonnas 12 Nummer 1-Singles in den Staaten beinahe eingeholt. In gerade einmal 8 Jahren. Die Rede ist von: Rihanna.

Zwar mag man sich fragen, was an dieser unscheinbaren jungen Frau eigentlich dran sein soll, die „am-am-ambrella“ singt oder froschig-quäkend von Diamanten trällert. Doch Rihanna hat Erfolg, riesigen Erfolg. Sie ist derzeit die erfolgreichste Sängerin der Welt. Für Madonna geht es nun um alles, denn wenn Rihanna so weiter macht, kassiert sie einen Charts-Rekord nach dem anderen für sich ein. Das Problem: Madonna ist kein Jugendstar mehr und findet deswegen in den Charts so gut wie nicht mehr statt. Was also tun? Die wohl einzige Lösung: weg vom gescheiterten „Ich-bin-ewig-jung“-Image, rückbesinnen auf etwas, das in dieser Intensität noch niemand vor ihr erreicht hat: sich immer wieder neu zu erfinden. Auch musikalisch.

Doch zeigen Rihannas Erfolge auch, wie schwierig es inzwischen ist, Erfolge überhaupt vergleichbar zu machen. Ein Beispiel: fast 150 Millionen Download-Tracks soll Rihanna verkauft haben. In 8 Jahren. Madonna über 300 Millionen Tonträger. In 30 Jahren. Allerdings: Alben kosten 15 Euro, Maxi-CDs kosteten einst 6 Euro. Download-Singles gerade mal 1 Euro. Wie soll man da Vergleichswerte oder gar Maßstäbe setzen? Hier scheint es dringend nötig, dass für die Zeitenwende im Verkauf von Musik eine sinnvolle und nachvollziehbare Vergleichsbasis geschaffen wird.

Und was ist nun mit der Queen of Pop-Frage? Möglicherweise sollte es hier zwar auch, aber nicht nur um den Vergleich musikalischer Rekorde gehen. Ein weiterer Maßstab könnte der Einfluss auf die Pop-Kultur und die nachfolgenden Generationen sein. Elvis ist hier für die 50er zu nennen, die Beatles für die 60er und Michael Jackson und Madonna für die 80er und 90er. Madonna sogar noch für die 2000er. In dieser Zeit hat sie Duftmarken gesetzt, die nachhaltig wirken. Künstler, die Vergleichbares erreichen, gibt es nicht mehr.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s