Töröö und hex hex im Social Web

Von Benjamin Blümchen bis Rolf Zuckowski: auch Kindermarken und Liedermacher zeigen in sozialen Netzwerken Flagge. Insbesondere auf Facebook. Da sie hier aber noch keine Kinder erreichen dürfen, haben sie deren Eltern im Fokus. Dabei zeigt sich: aus vielen Kidsmarken sind längst All Age-Themen geworden.

Von Simon Colin. Erschienen im Musikmarkt am 27. September.

Virtuelle wie echte Kinderstars tummeln sich längst auch in sozialen Netzwerken, allen voran Facebook. Benjamin Blümchen hat hier mehr als 8.000 Freunde, die Maus mehr als 25.000 „Gefällt mirs“ und Bibi Blocksberg hat sich gut 35.000 Daumen hoch-Bekenntnisse gesichert. Auch Kindermusiker wie Volker Rosin oder Rolf Zuckowski sind auf Facebook präsent. Da stellt sich schnell die Frage, wer sich auf den Seiten der Kinderlieblinge umschaut, wenn Kids doch offiziell erst ab 13 Jahren an sozialen Netzwerken teilhaben dürfen?

Foto: Kiddinx

Foto: Kiddinx

Klar, die Eltern. Alle Family Entertainment-Anbieter haben deswegen ihre Kommunikation mit Blick auf die Mamas und Papas ausgerichtet, was sich laut Europa-Online Marketing-Managerin Susan Marcinowski auch auszahlt. „Können wir diese vom Mehrwert unserer Produkte überzeugen, geben sie diese im Idealfall auch an die Kinder weiter“, sagt sie. Im Blick hat Europa auch das Empfehlungsmarketing via thematisch passender Blogs. „Denn Eltern vertrauen auf kaum ein Urteil so sehr, wie auf das anderer Eltern.“

Mütter als Markenbotschafter

So hatte Europa für die CDs von Kindermusikmacher „Charlie Glass“ eine Kooperation mit der Mütter-Community netmoms.de angestoßen. Hier konnten sich Mütter als Produkt-Testerinnen für „Charlie Glass“ bewerben und ihre Erfahrungen im Portal, aber auch in eigenen Blogs mitteilen. Das Ergebnis: 91 Prozent der Testerinnen würden die Kinderlieder-CDs weiterempfehlen. „So etwas ist natürlich toll, um einer noch unbekannten Marke Gehör zu verschaffen“, sagt Susan Marcinowski.

Die Kinder selbst spricht Europa auf den Webseiten der jeweiligen Marken an. „Nur dort können wir einen sicheren und moderierten Bereich garantieren“, so Marcinowski. Allerdings kann kein Anbieter sicherstellen, dass die ganz Jungen nicht doch auf Facebook & Co. vorbeischauen. „Die Reaktion unserer ´Gefällt mir´- Geber lässt vermuten, dass einige unserer jüngeren Fans im wirklichen Leben noch keine 13 Jahre alt sind“, sagt Carina Kaiser aus der Edel Kids-Kommunikation.

Einfacher wird es bei der Ansprache der Jugendlichen. Edel Kids hat für die Marke „Plötzlich Topmodel“ erst kürzlich eine eigene Facebook-Präsenz gestartet mit Themen wie Mode, Styling, Ernährung und Sport. Gerade dem Kindesalter Entwachsene spricht Europa mit „Die drei !!!“ an. Laut Susan Marcinowski sind es kontaktfreudige Mädchen bis 15 Jahre, die mit Themen rund um Stars oder die erste Liebe konfrontiert werden. Die Jungen werden hingegen eher über Gaming-Themen erreicht, und zwar nicht über Facebook, sondern die „Teufelskicker“-Website.

Generationenübergreifende Resonanz

Doch nicht nur die Teens werden von den Kindermarken via Social Media angesprochen. Viele Kinder-Idole haben sich längst zu All Age-Themen gemausert. Bestes Beispiel: „Die drei ???“ mit gut 150.000 Facebook-Freunden. Auch Bibi Blocksberg hat unter Erwachsenen viele Fans (siehe Interview hierzu mit Kiddinx-Geschäftsführer Holger Küchler auf der Folgeseite).

Generationenübergreifende Resonanz erhält auch Kindermusiker Rolf Zuckowski via Facebook. Gut 6.500 Freunde haben er und sein Label „Musik für dich“ hier bislang gesammelt. „Wir posten bewusst nicht für Kinder, sondern für Erwachsene, die sich mit meiner Musik, unseren Labelkünstlern oder von mir betreuten Sozial- und Kulturprojekten identifizieren“, sagt Rolf Zuckowski. Er postet selbst, oft auch mit selbst gemachten Fotos. „Private Posts vermeide ich. Oft ist aber mein kulturelles und soziales Anliegen so persönlich, dass ein privater Eindruck entsteht.“

Foto: Volker Rosin

Foto: Volker Rosin

Reinhard Horn richtet sich neben den Eltern auch an Erzieher und Lehrer und konnte unter anderem via Facebook-Kampagne die Downloadzahlen für seinen ADAC-Kindersong ankurbeln. Sein Sohn Simon Horn alias Herr H nutzt neben Facebook unter anderem auch Twitter. Die meisten Likes unter den Kinderliedermachern konnte Volker Rosin sammeln: mehr als 9.000. Auch er richtet sich vorwiegend an Eltern sowie Pädagogen. „Es geht uns darum, dass der Künstler den Menschen näher gebracht wird“, sagt Alexander Rosin aus dem Moon Records-Social Media-Marketing. „Daher posten wir viele Fotos von Konzerten, wie auch private Einblicke in das Leben von Volker Rosin, die nicht in offiziellen Zeitungsberichten stehen würden.“

Kinder werden einbezogen, indem Eltern Fotos von Rosin-Konzerten posten können, auf denen die kleinen Fans zu sehen sind. Daraus wählt die Redaktion „Fans des Tages“. Für Alexander Rosin ist Facebook wichtig und zukunftsweisend, ersetzt aber nicht die klassischen Marketingkanäle. „Es ist ein notwendiges, aber auch nur flankierendes Tool.“

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