„Hard- und Software-Pakete aus einem Guss anbieten“

Korg & More, eine Division von Musik Meyer, vertreibt in Deutschland die Marken Vestax, Stanton, Gemini und Korg. Simon Colin sprach mit Produktmanager Robert Wong über Trends im Bereich DJ Equipment sowie Herausforderungen für Hersteller und DJs. Das Interview ist am 1.11. im Branchenmagazin Musikmarkt erschienen.

Welches sind aus Ihrer Sicht derzeit die Trends im Bereich DJ-Equipment?
Robert Wong: Nachdem die digitale Revolution auch im DJ-Bereich abgeschlossen ist, kann man deutlich erkennen, dass bei der Hardware der Schwerpunkt klar bei den DJ-Controllern liegt, die mit einem Software-Bundle ausgeliefert werden und ein rundes Gesamtpaket abgeben. Dabei orientiert sich die Hardware stets an den Veränderungen in der Software. Bei den momentan vorherrschenden Verhältnissen haben sich drei DJ-Software-Hersteller etabliert: Native Instruments Traktor, Serato und Atomix Virtual DJ. Da das Djing immer weiter mit dem Producing in Form von Liveperformances verschmilzt, sollte man an dieser Stelle auch die Software Ableton Live oder Native Instruments Maschine nennen, welche beide mit einer maßgeschneiderten Hardware  angeboten werden. Weil das heutige Auflegen zum größten Teil computerbasiert ist, sehen wir zudem Trends in Richtung von Betriebssystemen, die vor allem im mobilen Bereich eingesetzt werden. Apples iOS-Geräte erhalten dabei auch im DJ-Bereich mehr und mehr Einsatzmöglichkeiten durch entsprechende DJ-Apps. Aus unserem Produktportfolio der langjährig etablierten DJ-Marken Vestax, Stanton, Gemini und auch Korg können wir die verschiedenen Einsatzgebiete sowohl im analogen als auch digitalen Bereich wunderbar abdecken und sind gleichzeitig auch in jedem Preissegment vertreten.

Robert Wong, Produktmanager Korg & More. Foto: Korg & More.

Robert Wong, Produktmanager Korg & More. Foto: Korg & More.

Wo liegen derzeit Chancen und Herausforderungen für die Branche?
Robert Wong: Durch die Fülle an DJ-Controllern am Markt ist es sehr schwer geworden, sich hier noch mit der Hardware alleine von der Konkurrenz abzusetzen. Viele Geräte ähneln sich sehr und der Markt scheint für den Kunden unübersichtlich geworden zu sein. Das bekommt vor allem der Handel zu spüren, der dem Endkunden nun ein breiteres und tieferes Sortiment anbieten muss, als es noch vor zehn Jahren der Fall war. Parallel dazu ist der Erwerb eines DJ-Sets heute wesentlich günstiger geworden. Zusätzlich ist man damit konfrontiert, den Service und das Know-How neben dem Ladengeschäft auch online anzubieten, da sich die Informationsbeschaffung und die Kaufabwicklung durch die rasante Entwicklung des Internets verlagert hat. Als Vertrieb versuchen wir deswegen, unsere Handels-Partner nicht nur auf dem klassischen Weg zu unterstützen, sondern auch alle möglichen neuen Medien einzusetzen, die sowohl Händlern als auch Endkunden eine unkomplizierte und effektive Informationsbeschaffung und Abwicklung ermöglichen. Von der Herstellerseite sind die Gewinner die Preis-Leistungs-Sieger, welche sich vorwiegend im unteren oder oberen Preissegment bewegen und dabei ein Hard- und Software-Paket aus einem Guss anbieten und das ganze am Besten noch mit einem Lifestyle-Aspekt verbinden.

Welchen Herausforderungen sehen sich die DJs gegenüber?

Robert Wong: Durch die weite Verbreitung von DJ-Controllern und dem Auflegen mit einem Computer ist die DJ-Szene zwar scheinbar gewachsen, aber auch vor neue Problematiken gestellt worden. Als Digital DJ muss man zwangsweise Erfahrungen mit Betriebssystemen, Verkabelungen und verschiedenen Softwaretypen mitbringen und hat mittlerweile auch dafür Sorge zu tragen, dass zu jedem Gig die Hardware vor Ort steht. Die Chancen der DJ-Industrie liegen jetzt vor allem darin, diese Situation zu vereinfachen oder gar abzuschaffen. Deswegen fokussiert man sich aktuell auf iOS-fähige Hard- und Software, die durch Mobilität in naher Zukunft den weit verbreiteten Laptop ablösen kann. Parallel dazu könnten auch ausgereifte Stand-Alone Lösungen der Schlüssel zum Erfolg werden, also Hardware, die Controller, Computer und Software vereint. Als Voraussetzung gilt in beiden Fällen, dass Komfort und Funktionalität mindestens genauso gut mit dieser neuen Technik abgedeckt werden. Es ist momentan nur schwer einschätzbar, ob es wieder einen Clubstandard geben wird, der damals aus zwei Plattenspielern und einem Mischpult bestand. Die konkurrierenden Softwarehersteller werden sich wohl aber kaum auf einen allgemeinen Standard einigen, der es dem DJ ermöglicht, seine persönliche Systemkonfiguration ganz einfach vor Ort anzutreffen. Es wird aber sicherlich der Fall eintreffen, dass technisch gesehen auch die Interfaces im DJ-Bereich kleiner und cloudbasierte Anwendungen an Wichtigkeit gewinnen werden.

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